Die roten Teufel der Ortenau

Die Wiege des TuS Schutterwald stand im ehemaligen Gasthaus „Adler“ in Schutterwald. Der Turner Eugen Hohn konnte seinen Arbeitskameraden Wilhelm Birk für die Idee einer Vereinsgründung begeistern. Unterstützt durch den damaligen Gauvertreter Gustav Ottstadt wurde in der Gründungsversammlung der Verein zum 1 Juni 1900 aus der Taufe gehoben. 19 aktive 13 passive Mitglieder wurden als Gründungsmitglieder eingetragen. Erster Vorsitzender und gleichzeitig Kassierer wurde der „Adler“ Wirt Anton Hund. Eugen Hohn wurde der erste Turnwart. Die Jahre 1900 bis 1903 werden als aktive Jahre, jedoch mit häufigem Vorstandswechsel in der Chronik geschildert, bis schließlich bei der Generalversammlung mit Josef Fritz ein neuer Vorstand sowie der gesamte Turnrat gewählt wurde. Da der Verein ständig wuchs und so die Übungsmöglichkeiten im Gasthaus Adler nicht mehr ausreichten, wurde die Übungsstunde ins Gasthaus Krone verlegt. Gleichzeitig verlegte man auch das Vereinslokal vom Adler in die Krone. Im Jahre 1912, der Verein hatte inzwischen 155 Mitglieder, trat auf einer außerordentlichen Generalversammlung der gesamte Turnrat zurück. Neuer Vorstand wurde der Kronenwirt Albert Wurth, der den Verein bis zu Beginn des 1. Weltkrieges leitete. Das Vereinsleben kam durch den Krieg nach und nach zum Erliegen. Sechundzwanzig Mitglieder, unter ihnen der erste Vorsitzende Albert Wurth und der zweite Vorsitzende Kölble sind nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt. Im März 1919 wurden erste Aktivitäten entwickelt, um den Veriein mit neuem Leben zu erfüllen. in der ersten Generalversammlung nach dem Krieg wurde Emil Meffle im Jahre 1920 zum neuen Vorsitzenden gewählt. In diesem Jahr wurde dem Verein auch das erste Turngelände im Gewann „Emmelsee“ zugewiesen. In der Generalversammlung 1922 wurde die Vorstandschaft auf 14 Personen ausgeweitet, denn immer umfangreichere Vereinsaktivitäten erforderten dies. Dieser Vorstandschaft gehörte auch das langjährige Ehrenmitglied Max Junker an. Nachdem bereits 1921 mit der Rodung eines Teilbereichs des heutigen Waldsprtplatzes begonnen wurde, konnte im Jahre 1924 dieser Sportplatz eingeweiht werden. Begleitend zu diesen Arbeiten wurde von einigen Turnern auch das Handballspiel begonnen, jedoch sollte es noch ein langer Weg sein, bis diese Sportart in einer eigenen Abteilung und mit Zustimmung des Turnrates betrieben werden konnte. Im Jahr 1926 wurde, ohne Genehmigung des Turnrates, inoffiziell mit dem Handballspiel begonnen. Der damalige Spielwart Otto Hofstetter konnte mit zahlreichen Gründungsmitgliedern, darunter auch Otto Lipps und Max Junker, jedoch nur Freundschaftspiele ausgetragen, weil eben die Zustimmung des Turnrates weiterhin verweigert wurde. Neben der aktiven Turnabteilung war jedoch die Gründung der Handballabteilung nicht mehr aufzuhalten. 1928 stimmte der Turnrat dann der Gründung der Handballabteilung zu, jedoch mit der Auflage, daß jeder Handballspieler mindestens einmal pro Woche die Turnstunde besuchen musste. Die Handballer verzeichneten auch gleich erste Erfolge, der Aufsieg im ersten Jahr von der B- ind die A-Klasse wurde geschafft.

 

1930 konnte der nächste Aufstieg in die Gau-Klasse Südbaden verbucht werden. Aber auch die Turner waren in dieser Zeit erfolgreich, so konnte ebenso 1930 beim Landesturnen in Mannheim - nach der Riege von Offenburg - die zweithöchste Punktzahl der Ortenauer Riegen erreicht werden. TuS Schutterwald 1931 wurde das Gaujugendturnen durchgeführt. 1934 wurde beim Gauturnfest in Lichtenau der damalige Turnwart Ferdinand Haas 1. Sieger im Geräteturnen der Mittelstufe. 1937 wurde die A-Jugend Südbadischer Meister. Nach 17jähriger Vorstandschaft von Emil Meffle gab es 1938 größere Veränderungen in der Vorstandschaft. Nachfolger wurde Andreas Zind. Im Jahre 1939, vor Kriegsbeginn, wurde durch die Turnabteilung zwar noch das Landesturnfest besucht, dann jedoch forderten die Kriegswirren ihre Opfer. Die Turnabteilung kam fast zum Erliegen. 1943 wurde die Turnhalle beschlagnahmt und die Turngeräte verschwanden bei Kriegsende. Die Handballer spielten auch während des Krieges, jedoch waren auch sie schwer dezimiert. Von 300 Mitgliedern waren nach Ende des Krieges 42 Gefallene sowie 12 Vermisste zu beklagen, eine schreckliche Zahl. Nach Kriegsende mussten laut Militärregierung alle Sportvereine aufgelöst werden, Turnen wurde sogar verboten. Innerhalb der Gmeinde Schutterwald wurde jedoch nur ein Sportverein zugelassen, so dass eine Absprache zwischen dem Turn- und dem Fußballverein notwendig wurde. In der Gründungsveranstaltung am 7. Juli 1946 wurde Emil Lipps zum Präsidenten gewählt. 1948 und 1949 wurde der Sportplatz vergrößert und im Jahr 1950 wurde eine Sporthütte mit Umkleideräumen auf dem Handballplatz erstellt. Die wieder neu ins Leben gerufene Turnabteilung beteiligte sich in diesem Jahr an dem Gauturnfest in Oppenau und am Gaujugendturnen in Urloffen. Bei der Generalversammlung am 08. Juni 1950 wurde die Umbenennung in Turn- und Sportverein beschlossen. 1951 brachte große Erfolge für dei Handballabteilung. Die A-Jugend errang die Südbadische Meisterschaft im Feld und 1951 wurde Gerhard Junker zum ersten Mal in der Nationalmannschaft eingesetzt. Auch die Turner beteiligten sich mit gutem Erfolg am Landesturnfest in Offenburg.

 

1952 wurde die Fußballabteilung wieder selbstständig und mit Andreas Zind ein neuer Vorsitzender gewählt. Die 1. Mannschaft wurde bereits zum dritten Male Südbadischer Meister. Das Jahr 1953 brachte für die Turner den Titel des Gau-Vereinsmeister. Die Handball-Jugend wurde 1953 zum ersten Mal Südbadischer Meister in der Halle. Die erste Mannschaft konnte 1953 und 1956 ihren 4. und 5. Südbadischen Meistertitel erringen, und Gerhard Junker kam in diesen zwei Jahren zu weiteren Einsätzen in der Nationalmannschaft. In das Jahr 1954 fällt auch die Gründung der Leichtathletik-Abteilung . Erstmals konnte eine Mitgliederzahl von 400 erreicht werden. Die Südbadischen Meistertitel im Feldhandball Nummer sechs und sieben in den Jahren 1955 und 1956 sowie der erste Südbadische Titel in der Halle im Jahr 1956 sind weitere Erfolge der inzwischen überragenden Handballabteilung. Die Jugend stand in diesen beiden Jahren der ersten Mannschaft in nichts nach und wurde ebenfalls Südbadischer Meister sowie Südbadischer Vizemeister. Die Leichtathleten wurden für ihre Leistungen mit drei ersten, zwei zweiten und fünf dritten Siegern bei den Kreismeisterschaften in Schutterwald belohnt. Aus gesundheitlichen Gründen trat 1957 der 1. Vorsitzende Andreas Zind zurück und sein Nachfolger wurde Walther Fritz. Der heutige Ehrenvorsitzende Willi Herrmann wurde zum 2. Vorstand gewählt.

 

Die Handballer schienen den Südbadischen Meistertitel abonniert zu haben, denn auch 1958 hieß der Meister TuS Schutterwald. In diesem Jahr begnügte man sich jedoch nicht damit; auf Süddeutscher Ebene wurde das Endspiel erreicht, wobei die Mannschaft von Leutershausen jedoch am Ende Sieger blieb. Bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft scheiterte die Mannschaft im Achtelfinale am späten Deutschen Meister Hamborn 07. Für die Handballabteilung war dies bis dahin der erfolgreichste Jahr. Allerdings hatt die Meisterschaft viel Kraft gekostet und der Abstieg in die Landesklasse war die Folge. Bereits im folgenden Jahr wurde jedoch wieder der Südbadische Meistertitel und der Aufstieg in die Süddeutsche Oberliege geschafft. Willi Herrmann wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt und die Leichtathletikabteilung konnte 1959 ihren wohl größten Erfolg verbuchen. Bernd Hofstetter lief mit 10,8 Sekunden über 100 m einen neuen südbadischen Rekord, den bis dahin Heinz Fütterer mti 10,9 Sekunden inne hatt. In der deutschen Bestenliste war dies der 7. Platz. Zum 60jährigen Vereinsjubiläum wurde das 27. Gauturnfest nach Schutterwald geholt. Beide Schutterwälder Riegen konnten die Note vorzüglich erringen. Die Einzelturner konnten alle als Sieger geehrt werden. Die Handballer waren nicht so erfolgreich und mussten in die Landesklasse absteigen. Ein Erfolg wurde jedoch in der Halle erzielt, in dem die 1. Mannschaft die Bezirksmeisterschaft errang und die A-Jugend Vizemeister im Bezirk wurde. 1961 war ein Jahr der Turner. 8 Kranzsieger sowie die Note „sehr gut“ im Vereinsturnen waren die Erfolge beim Badischen Landesturnfest in Offenburg. Faustball sowie die Volkstanzgruppe erweiterten den Verein. 1962 konnte der 10. Südbadische Feldtitel im Handball errungen werden und der Aufstieg in die südbadische Oberliga wurde geschafft. Im Jahr 1966 wurde durch die Turnabteilung für Aufsehen gesorgt. Heinz Jaremenko wurde beim Turnfest in Bodersweier Sieger im deutschen Zehnkampf. Im Jahre 1966 wurde der Bau des Vereinsheimes begonnen. Zahlreiche freiwillige Helfer sowie einige großzügige Gönner haben es dem Verein ermöglicht, dass der Bau größtenteils in Eigenarbeit erstellt und schon im darauffolgenden Jahr eingeweiht werden konnte. Der Aufstieg in die Feldhandball-Bundesliga war das herausragende Ereignis im Jahre 1967. In der Halle wurde der 5. Südbadische Meistertitel errungen, was zugleich den Aufstieg in die Südbadische Oberliga bedeutete.

 

Aus beiden Ligen musste die 1. Mannschaft im Jahre 1969 jedoch absteigen, doch konnte Dank der A-Jugend auch dieses Jahr überaus erfolgreich gestaltet werden. Mit ihrem Trainer Erhard Bross holten sich die Jugendlichen den ersten deutschen Meistertitel nach Schutterwald. Ganz Schutterwald stand Kopf. 1971 wurde dieser Erfolg wiederholt. Dieses Mal allerdings im Feldhandball. Der TuS Schutterwald bekam die hervorragende Jugendarbeit erneut belohnt. 1972 konnte mit Arnulf Meffle ein Jugendnationalspieler gestellt werden. Neben dem Südbadischen Meistertitel in der Halle ist im Jahr 1973 der Wechsel des 1. Vorstandes aufzuführen. Willi Herrmann wurde nach 15 Jahren als Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannnt. Mit Erwin Oßwald erhielt der Verein einen neuen Vorsitzenden, der jahrelang als Aktiver (Torhüter) zu den Stützen der ersten Mannschaft gezählt hat. 1974 wurde mit dem Aufstieg in die Regionalliga in der Halle eine neue Handball-Ära eingeleitet. Im Jahr 1979 kam es zu Neuwahlen der Vorstandschaft. Mit Eugen Bross als 1. Vorsitzender (bis 1991), Konrad Lipps als 1. Kassierer und Adolf Silver als Schriftführer (beide bis 1993) sowie Alfons Quarti als Handball-Abteilungsleiter hatte der TuS eine neue Führungscrew, die voller Elan an ihr Ehrenamt gingen. Längeres Bestreben der Leichtathletik-Abteilung nach Selbständigkeit wurde auch in dieser Hauptversammlung von 1979 vollzogen. Der heutige LFV hatt sich vom TuS losgelöst. 1981 wurde die Regionalligarunde gleichzeitig auch Qulifikationsrunde für die neu gegründete 2. Bundesliga. Der TuS hat sich dieses Ziel gesetzt und auch erreicht. Im Jahr 1982 konnte mit Armin Emrich ein neuer Handball-Trainer an Land gezogen werden, der durch gezielte Aufbauarbeit ein Garant für spätere Erfolge wurde. Der 2. Vorsitzende Edgar Heuberger und Armin Emrich sind zum Erfolgsgespann des TuS Schutterwald geworden. Großen Wert legte der Verein hierbei auf die Heranführung der Jugendlichen zum Leistungshandball.

 

Die Erfolge im Pokal brachten den TuS Schutterwald 1983 als Pokal-Schreck in aller Munde. Mannschaften wie Kiel und Großwallstadt wurden besiegt. Im Viertelfinale scheiterte man jedoch ebenfalls gegen einen Pokalschreck, dem Regionalligisten Emsdetten. 1984 wird Spieler Martin Heuberger Juniorennationalspieler, Linkshänder Peter Quarti in die Jugendnationalmannschaft berufen. Christoph Armbruster wird in diesem Jahr zudem Militärweltmeister. Im folgenden Jahr (1985) nehmen Martin Heuberger und Peter Quarti an der Juniorenweltmeisterschaft teil. Als Glücksgriff sollte sich die Verpflichtung von Arno Ehret erweisen. Mit ihm konnte in der Saison 1985/1986 der zweite Tabellenplatz erspielt und in zwei Entscheidungsspielen gegen Bayer Dormagen wurde erstmals die Qualifikation zur 1. Handball-Bundesliga geschafft. Ebenso sorgte der TuS Schutterwald im DHB-Pokal für Furore. Erst im Halbfinale scheiterte man in München beim MTSV Schwabing. Leider konnte der Klassenerhalt nicht erreicht werden, was die Mannschaft jedoch gut weggesteckt hatte und in der Saison 1987/88 wiederum den zweiten Platz belegte. Denkbar knapp wurde der Aufstieg gegen den VfL Fredenbeck verfehlt. Für die Runde 1988/89 hatte sich der TuS Schutterwald den erneuten Aufstieg in die Bundesliga vorgenommen. nach dem zweiten Platz wurde in den Entscheidungsspielen gegen Wuppertal dieses Ziel auch erfolgreich verwirklicht. Somit war die Grundlage für ein erfolgreiches Jubiläumsjahr 1990 geschaffen.

 

Ohne die Erfolge der früheren Jahre zu schmälern, konnte das Jahr 1990 bis zum damaligen Zeitpunkt als das erfolgreichste Vereinsjahr seit Bestehen bezeichnet werden. Nur knapp wurde die Play-Off-Runde verfehlt. Mit dem frühzeitig sichergestellten Klassenerhalt erreichte der TuS dennoch das gestreckte Sainsonziel. Im Pokal wurde das Finale nur denkbar knapp verpasst. Die A-Jugend hat sich eine gute Platzierung ausgerechnet und gewünscht. Dass dies jedoch mit der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft enden würde, haben nicht die kühnsten Optimisten zu hoffen gewagt. Umso größer ist die Freude über den Erfolg, zumal durch die erzielten Ergbnisse in den einzelnen Spielen nicht auf einen Zufall hindeuteten. Mit nur einer Niederlage wurde die Deutsche Meisterschaft errungen.

 

Schutterwalds Jugend-Abteilungsleiter Erhard Bross konnte sich einmal mehr über den Lohn intensiver und konstanter Jugendarbeit erfreuen bzw. sich in seinem unermüdlichen Tun bestärkt fühlen. In der Langhurster Sporthalle fand eine berauschende 90-Jahr-Feier mit zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport statt. Auf dem Schutterwälder Handball-Parkett ging es in den 90ern munter weiter. Diese Jahre wurden überwiegend vom harten Bundesliga-Alltag bestimmt. Der TuS Schutterwald konnte sich mit zunehmender Zeit in der gesamten Region zum vorbildlichen Handball-Aushängeschild etablieren. In der Saison 1990/91 war der TuS Schutterwald wieder in der 1. Bundesliga zu finden. Diese Liga war durch die zahlreichen Mannschaften zum ersten mal zweigeteilt. In eine Gruppe Süd und eine Gruppe Nord. Mit einem guten 6. Platz verabschiedete sich der TuS aus der Runde und gleichzeitig auch Trainer Armin Emrich, der nach neunjähriger Tätigkeit seinen Trainerposten in Schutterwald auf eigenen Wunsch zur Verfügung stellte. Bei den Vorstandswahlen übergab Eugen Bross nach 12 Jahren als 1. Vorsitzender dieses Amt an Hans Martin Ludäscher ab. Edgar Heuberger blieb 2. Vorsitzender sowie Bundesliga-Obmann und Manager des Vereins. Mit Spasoje „Mane“ Skercevic wehte ab der Bundesliga-Saison 1991/92 zusätzlich ein neuer Wind. Unter seinem Coaching erspielte sich der TuS in der 1. Liga Süd einen beachtlichen 4. Tabellenplatz, was gleichzeitig das Erreichen der Play Off Runde bedeutete. Dieses große Ereignis (um den Einzug ins Halbfinale) wollte der TuS Schutterwald einem über die Ortenauer Grenzen hinaus interessierten Handball-Publikum bieten. Im Frühjahr 92 entschloss man sich daher, zu diesem Higlight in die Europahalle nach Karlsruhe umzusiedeln. Es kam zu der wohl dramatischsten Begegnung, die der TuS in seiner Geschichte bestritten hat. Vor über 6500 Zuschauern unterlag man in der Europahalle Karlsruhe dem TUSEM Essen nach 2-maliger Verlängerung und 2-maligem Siebenmeterschießen mit 34:25. Das Spiel bekann, trotz des Verkehrsstaus, welchen 20 Fan-Busse verursacht hatten, pünktlich um 20 Uhr. Spielende war um 22.15 Uhr. Der TuS hatte das Spiel verloren, aber bundesweit viele Sympathien gewonnen. Auch bei den TuS-Damen lief in der Saison 1991/92 alles perfekt. Durch konstant gute Mannschaftsleistungen sowie souveränen Siegen wurden die TuS-Ladies mit dem Trainergespann Fred Maruer und Uli Roser Meister der Oberliga Südbaden. Somit hatten die Damen in der Runde 1992/93 erstmals ihren Auftritt in der Regionalliga Süd. Dies allerdings nur für eine Saison. Obwohl von vielen Sympathien und großem Zuspruch der Vorsaison angetrieben, hatte Trainer „Mane“ Skercevic und seine Spieler in der Runde 1992/93 weniger Glück. Diesmal konnten diese nur den 13. Platz in der Eliteklasse belegen. Im Sommer 1993 kam es bei der Jahrenshauptversammlung wiederum zu gravierenden Veränderungen in der Vorstandschaft. Diesmal übergab Konrad Lipps nach vierzehn Jahren Ehrenamt-Tätigkeit den Posten als erster Kassierer an Alice Beck, Adolf Silver wurder Mitglied im Wirtschaftsrat und dessen Schriftführer-Posten übernahm fortan Christel Hansmann. Für die Erstliga-Saison 1993/94 konnte Manager Edgar Heuberger den Schweizer Handball-Experten Konni Affolter als Trainer der 1. Mannschaft verpflichten. Seinem sportlichen Tun war der gewünschte Erfolg allerdings vergönnt. Durch die Tatsache, dass vier Erstligisten in die zweite Liga abgehen mussten, bedeutete der 15. Tabellenplatz zum zweiten mal den Abstieg in die 2. Liga. In der Saison 94/95 wurde die 1. Mannschaft des Vereins in der 2. Liga von dem jugoslawischen Trainer Pedrag Dosen auf Erfolg getrimmt. Mitten in der Saison, ab März 1995, löste Schutterwalds Bundeliga-Spieler Martin Heuberger Trainer Pedrag Dosen ab und fungierte von da an für den Rest der Runde als Spielertrainer. Mit dieser Neukonstellation und Martin Heubergers Engagement wurde der Aufstieg in die 1. Liga nur knapp verpasst. Nicht nur die 1. Mannschaft, sondern auch die 2. Mannschaft des Vereins (TuS-Reserve), welche jahrelang in der Oberliga einen optimalen Unterbau der Ersten darstellte, schaffte in der Saisond 95/96 den Aufstieg. Der TuS Schutterwald stellte zum ersten Mal einen Erst-Bundesligisten sowie eine Regionalliga-Mannschaft. Solch ein Erfolg gab es bundesweit bisher noch nie. Der TuS Schutterwald war auf dem absoluten Höhepunkt seiner sportlichen Geschichte. Nicht nur die Herren-Mannschaften machten dabei auf sich aufmerksam, auch die Jugendmannschaften sowie die Oberliga-Damen-Mannschaft des TuS heimsten etliche Erfolge ein, die sich zeigen lassen konnten. Auch die Bemühungen von Manager Edgar Heuberger sowie Hans Martin Ludäscher, die Bundeliga-Spiele des TuS von der Mörburghalle in das Sportzentrum des Oberrheinhallen-Park in Offenburg zu legen, um dadurch verbesserte Bedingungen für den Spielbetrieb des Vereins zu schaffen, zeigten nach jahrelangen Gesprächen und zähen Verhandlungen mit Gemeinde, Stadt und Oberrheinhallen-Verantwortlichen endlich den gewünschten Erfolg. Die Bundesliga-Spiele des TuS konnten in Offenburg ausgetragen werden. In der Saison 96/97 hatte der TuS Schutterwald unter Trainer Martin Heuberger leider nur ein einjähriges Estliga-Debüt. TuS SchutterwaldDem Aufstieg folgte der schlechte Beiname einer „Fahrstuhl-Mannschaft“. Trotz schlechter Karten in Sachen Platzierung konnt der TuS mit talentierten Spielern wie Michael Bohn, Frank Berblinger oder Oliver Roggisch auf die eigene Jugend bauen. All diese Spieler schafften den Sprung in die Jugend- bzw. Juniorennationalmannschaft. Das Ziel eines direkten Wiederaufstiegs wurde gezielt ins Auge gefaßt. Im Sommer 1997 mussten die Karten des TuS Schutterwald neu gemischt werden. Nach fast zwei Jahrzehnten unermüdlichen Engagements in der Vorstandschaft legte der bisherige 2. Vorsitzende und Manager des Vereins Edgar Heuberger aus gesundheitlichen Gründen all seine Ämter nieder. In der Jahreshauptversammlung wurde mit Walter Buchaly ein neuer Präsident (der dritte nach Gerd Klein und Gerhard Junker) gewählt. Dem 1. Vorsitzenden Hans Martin Ludäscher stand fortan Ralpf Bächle aul 2. Vorsitzender und Cornelia Metzger als 3. Vorsitzende zur Seite. Klaus Ritter übernahm das Amt des sportlichen Leiters.

 

Gecoacht von Trainer Martin Heuberger konnte sich der TuS Schutterwald in der Saison 97/98 in der 2. Bundesliga behaupten und über die Relegation den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga feiern. Gleichzeitig setzte die 1. Mannschaft optimale Akzente im DHB-Pokal. Das motivierte Team schaffte im April 98 den Sprung zum Pokal-Finale der letzten vier Mannschaften und reist mit grossem Fan-Anhang nach Hamburg. Obwohl das direkt DHB-Pokal-Endspiel nicht erreicht werden konnte, sorgte der TuS Schutterwald für einen beeindruckenden Auftritt in der Hansestadt gegen den späteren Pokalsieger THW Kiel und verbuchee diese Niederlage dennoch als sehr großen Erfolg. Schon vor Jahren war der Bundesliga-Alltag des Dorfvereins zum „Unternehmen Bundesliga“ geworden. Eine große und nicht zu unterschätzende Aufgabe stellte der wirtschaftliche Bereich, sprich Sponsorensuche, dar. Der Verein musste sich den finanziell immer härter werdenden Gegebenheiten in der besten Liga der Welt stellen. Dennoch handelte der Verein mit dem kleinsten Budget der Liga stets umsichtig und auf die eigenen finanziellen Mittel bedacht. Im Jahr 1998/99 konnte sich der TuS in der 1. Bundesliga halten, obwohl dies mitunter durch das Ausscheiden des TV Niederwürzbach begünstigt wurde. Die TuS-Reserve hielt sich in der Regionalliga und die Damenmannschaft war einmal mehr ganz oben mit dabei. Bei den Neuwahlen im Jahr 1999 gab Präsident Walter Buchaly aus beruftlichen Grünen seinen Posten an den Offenburger Immobilienmakler Hans Hilleke ab. Fast der gesamte Vorstand wurde neu gewählt. Der Sohn des im Februar 1999 verstorbenen Edgar Heuberger, Frank Heuberger, übernahm das Amt von Hans Martin Ludäscher als 1. Vorsitzender. zum 2. Vorsitzenden wurde Bernd Leistler gewählt, der zusätzlich als sportlicher Leiter im Liga-Bereich fungiert. Dritter Vorsitzender wurde Antonius Bindner. Im Kassenbereich schied Alice Beck als 1. Kassiererin aus. Nachfolger wurde Christian Bruder. Als Schriftführter wurde Tobias Kiefer, der Christel Hansmann ablöste, und Sabrina Beck als Sportschriftführerin (für Birgit Kempf) gewählt. Um das finanziell aufwendige Untenehmen Bundesliga vom eigentlichen Verein zu trennen, wurde 1999 die Tus Schutterwald Sport- und Marketing GmbH gegründet, die mit Frank Heuberger und Ralpf Bäche als Geschäftsführer fortan den Liga-Bereich selbstständig leitete. Dieser GmbH steht ein Marketing-Team zu Seite, das sich überwiedend intensiv um den wirtschaftlichen Bereich und Sponsoren-Marketing zu kümmern hat. Voller Elan und mit einer neuen bzw. frisch motivierten Führungscrew ging man in die Saison 1999/2000. Die TuS-Geschäftstelle wurde von der GmbH mti einer offiziellen Geschäftstellenleitern, Sigrid Hund, besetzt. Dem Aushängeschild des Vereins, der 1. Bundesliga-Mannschaft, blieb allerdings von Beginn der Runde an jeglicher Erfolg verwehrt, miit nur einem Punkt auf der Habenseite ging es in die Winterpause. Die Misere setzte sich sodann auch im wirtschaftlichen Bereich unaufhaltsam fort. Um der Mannschaft die Möglichkeit neuen Esprits zu verleihen, trat der bisher fungierende Trainer Martin Heuberger im November 1999 nach dem verlorenen Heimspiel gegen Willstätt zurück. Der ausbleibende Erfolg und damit der Rückgang der Zuschauer sowie das fehlen von wichtigen Sponsorengeldern riss ein kräftiges Loch in die Kasse des TuS Schutterwald. Mit der Verpflichtung des ehemaligen Essener Bundesliga-Spielers Thomas Happe als Trainer erhoffte man sich einenUmbruch. Doch auch dem neuen Trainer blieb dies vergönnt. Mit dem Schutterwälder Holzbauunternehmer Hans Junker an der Spitze und von Präsident Hans Hilleke sowie Ex-Präsident Walter Buchaly bzw. Andreas Junker und Antonius Bindner unterstützt, war es im Frühjahr 2000 unumgänglich, ein Sanierungsteam zu günden, das sich intensiv um die wirtschaftliche Genesung des angeschlagenen Vereins kümmert. Die schlechte finanzielle Situation sorgte dafür, dass rechtzeitig zu Transfer-Schluß im Februar 2000 einige wichtige Stammspieler des TuS Schutterwald den Verein verließen. Für Trainer Thomas Happe und seinen minimalen Kader ging es nur noch darum, die Saison zu Ende zu spielen. Frühzeitig war klar, dass der TuS Schutterwald nach Saisonende in der Bezirksklasse einen Neuanfang starten wollte. Unabhängig von dieser Entscheidung votierte der TuS am 20. Juni 2000 in einer Vorstandssitzung mit 16:3 Stimmen für den Beitritt zur SG Willstätt/Schutterwald. Der Spielbetrieb der SG W/S war aber komplett vom TuS abgekoppelt und in der neuen Trägergesellschaft eingebracht worden. Leistungshandball wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends damit in Schutterwald nur noch in der Spielgemeinschaft betrieben. Die SG W/S beendete die Saison 2000/01 auf Rang 13 von 20 Mannschaften in der 1. Bundesliga. Schutterwälder Spieler fanden sich noch in der SG W/S II, die in der Oberliga Baden-Württemberg spielte und ihre Heimbegegnungen in der Mörburghalle austrug. Der TuS Schutterwald, der zum 31. Mai 2000 einen Schuldenstand von genau 722 000 Mark aufwies, startete derweil mit der ersten Mannschaft in der Bezirksklasse einen Neubeginn. Die Stars hatten den Verein verlassen, der Neuaufbau wurde unter der Leitung von David Salameh und Manfred Kempf mit ehemaligen Bundesligaspielern wie Christof Armbruster, Martin Heuberger und Manfred Derr in Angriff genommen. Selbst Ex-Nationalspieler Peter Quarti, seit 1986 in Essen lebend, griff noch ab und an für seinen Heimatverein zum Ball. Am Ende stand die souveräne Meisterschaft und der Aufstieg in die Landesliga. Parallel weitete der TuS Schutterwald seine Jugendarbeit aus, setzte verstärkt qualifizierte Nachwuchstrainer ein. Die Frauen-Mannschaft des TuS belegte nach viel Verletzungspech und Babyglück in der Oberliga Südbaden Rang fünf. Überaus Positives konnte Vorsitzender Frank Heuberger im Sommer 2001 auf der Mitgliederversammlung vermelden: Das negative Kapital betrug nur noch 199 000 Mark.

 

Auch in der zweiten Saison seines Neubeginns machte der TuS Schutterwald positiv auf sich aufmerksam. Mit fünf Punkten Vorsprung wurde die erste Mannschaft 2001/02 Landesliga-Meister und stieg in die Oberliga Südbaden auf. Auch die neuformierte zweite Mannschaft schaffte auf Anhieb die Meisterschaft in der Kreisklasse A mit nur einem Verlustpunkt. Die Frauen etablierten sich erneut auf Rang fünf in der Oberliga Südbaden.

 

In der Jugend wuchs unterdessen eine starke Generation heran. Unter prominenter wie qualifizierter Trainingsleitung von Martin Heuberger und Armin Emrich wurde die A-Jugend 2002 deutscher Vizemeister, musste sich erst im Finale Abonnementmeister SC Magdeburg geschlagen geben. Die Dominanz der Schutterwälder wurde zudem mit zwei süddeutschen Meistertitel für A- und B-Jugend unterstrichen. Die ausgezeichnete Jugendarbeit des TuS drang offensichtlich auch zum Deutschen Handball-Bund vor: Martin Heuberger wurde am 1. Februar 2002 Trainer der Junioren-Nationalmannschaft. Und der Schuldenabbau beim TuS ging rapide voran: Nur noch 51 566 Euro wurden in der Jahreshauptversammlung 2002 gemeldet. Die SG Willstätt/Schutterwald schaffte erneut den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga. TuS SchutterwaldZu Beginn der Saison 2002/2003 übernahm der langjährige Bundesligaspieler Christof Armbruster das Traineramt beim TuS im Verbund mit David Salameh. Mit einer ganz jungen Mannschaft startete man in die Oberliga Südbaden und konnte mit dem Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg am Saisonende bereits den dritten Aufstieg in Folge feiern. Manfred Kempf und Klemens Spinner coachten die Reserve. Die Frauen schnitten mit Rang drei unter Conny Kurz so gut wie noch nie in der Oberliga Südbaden ab. Die A-Mädchen wurden Süddeutscher Vize-Meister.

 

Auch in der Saison 2003/04 begeisterte die junge Mannschaft des TuS ihre Fans, durfte sogar kurzzeitig erneut am Aufstieg schnuppern, obwohl mit Christian Heuberger, der im Sommer 2004 Junioren-Europameister werden sollte, sowie Marco Erb zwei Leistungsträger an die SG W/S abgegeben wurden. Die zweite Mannschaft stieg unter Trainer Manfred Kempf Meister von der Kreisklasse A in die Bezirksklasse auf. Die neuformierte dritte Mannschaft wurde Meister der Kreisklasse C. Die Damen beendeten die Saison in der Oberliga Südbaden auf Rang sechs, die zweite Damenmannschaft, vor der Saison erst ins Leben gerufen, stieg in die Landesliga auf. Die B-Jugend wurde süddeutscher Vizemeister. Zudem erhielt man mittlerweile mit der neuen Mörburghalle II sehr gute Trainingsbedingungen. Und der Höhepunkt: Im Sommer hieß es bei der Generalversammlung nach vier schweren Jahren erstmals wieder »schuldenfrei«. Vor der Saison 2004/05 musste der TuS erneut den Preis seiner sehr guten Nachwuchsarbeit zahlen. Oliver Junker und Julius Emrich wechselten zur SG Willstätt/Schutterwald. Dennoch konnte sich der TuS weiterhin in der Oberliga Baden-Württemberg etablieren, wurde am Ende Elfter. Die zweite Mannschaft des TuS wurde von Jürgen Fautz trainiert, konnte in der Folge aber nicht ins Meisterrennen der Bezirksklasse eingreifen. Die dritte Mannschaft wurde Meister der Kreisklasse B. Die Damen kamen in der Oberliga Südbaden erneut auf Rang sechs. Die A-Jugend beendete die Saison in der neuen Oberliga Baden-Württemberg auf Rang vier. Zum Ende der Saison erfuhr der Leistungshandball in der Ortenau dann erneut eine Zäsur. Die SG Willstätt/Schutterwald war insolvent, bekam keine Lizenz (später ging sie an den TV Willstätt). Es war das Ende einer eher ungeliebten Zweckpartnerschaft zwischen den beiden lange Jahre führenden Handball-Vereine in der Ortenau. Daniel Kempf und Marco Erb kehrten nach Schutterwald zurück. Mit dem Profi-Handball hatte der TuS Schutterwald endgültig nichts mehr zu tun. Für Christof Armbruster, der Trainer der Jugendnationalmannschaft wurde, bot der TuS in der Saison 2005/06 mit Bernd Junker und Rückkehrer Daniel Kempf ein Trainer-Duo auf. An der Seite von Kempf, der auch noch auf dem Feld die Fäden zog, konnten sich Talente wie die Brüder Matthias und Sebastian Faißt hervorragend entwickeln. Allerding hatte die Mannschaft Verletzungspech, schaffte aber mit dem erneuten elften Rang den Klassenerhalt. Die zweite Mannschaft erreichte unter Manfred Kempf und Bernhard Seigel die Meisterschaft in der Bezirksklasse und den ersehnten Aufstieg in die Landesliga sowie den Bezirkspokalsieg. In der Jugend machten erneut Talente von sich reden. Felix Heuberger, Gerrit Bartsch, Jochen Geppert und Yannick Grothe wurden bei Lehrgängen der deutschen Jugend-Nationalmannschaft gesichtet, zudem wurde die B-Jugend süddeutscher Meister. »Gesellschaftliche« Höhepunkte waren in dieser Saison drei Länderspiele, die der TuS Schutterwald in der Offenburger Badenarena ausrichtete. Am 20. Januar ging es gegen Ungarn und am 11. Juni gegen Spanien. Zudem spielten die deutschen Frauen unter Armin Emrich gegen die Schweiz. Nur um einen Punkt verfehlte die erste Mannschaft in der Saison 2006/07 den Aufstieg in die Regionalliga. Platz drei war allerdings ein herausragender Erfolg, mit dem zuvor nicht gerechnet werden konnte. Wermutstropfen gab es aber dennoch: Matthias und Sebastian Faißt verließen am Saisonende den Verein und suchten die Herausforderung Regionalliga bei der HSG Konstanz. Die zweite Mannschaft beendete die Landesliga-Saison auf einem guten zehnten Platz. Herausragendes meldete die Jugendabteilung. Die B-Jugend unter dem Trainer-Trio Timo Heuberger, Tobias Haß und Rudi Fritsch wurde sensationell deutscher Meister. Es war die logische Konsequenz einer sehr aufwändigen Jugendarbeit. Auch für den scheidenden Jugendleiter Herbert Bürkle war der Titelgewinn noch mal ein schönes Highlight. Sein Nachfolger wurde Karl-Heinz Herzog, der künftig mit Raimund Bindner die Nachwuchsarbeit koordiniert. Auch die A-Jugend erreichte überraschend die Spiele zur süddeutschen Meisterschaft, schied dann aber nach Personalproblemen wegen der Terminüberschneidung aus. Die Frauen kamen unter Trainer Volker Heilmann mit dem vierten Platz zu ihrer zweitbesten Platzierung in der Südbadenliga. Und den Weltmeistertitel, den die deutschen Handballer Anfang 2007 im eigenen Land errungen haben, machte auch den TuS stolz: Mit Co-Trainer Martin Heuberger und Abwehrchef Oliver Roggisch stammten zwei wichtige Säulen des WM-Triumphes aus Schutterwald. Martin Heuberger gab zudem mit seinen Junioren im März ein Gastspiel in der Mörburghalle gegen die Schweiz. Nicht einfach war die Saison 2007/08. Die erste Mannschaft musste einen großen personellen Umbruch meistern, schaffte aber mit Rang zehn am Ende ungefährdet den Klassenerhalt. Leider kündigte Trainer Bernd Junker zum Saisonende seinen Rückzug an. Der zweiten Mannschaft glückte der Klassenerhalt in der Landesliga dagegen nicht. Manfred Derr übernahm während der Saison die Trainingsleitung, doch der Rückstand war bereits zu groß, sodass am Ende als Tabellenschlusslicht der bittere Abstieg in die Bezirksklasse stand. Die Frauen schlossen die Südbadenliga-Saison diesmal auf Rang fünf ab. An Ostern 2008 zeigte der TuS Schutterwald erneut sein großes Organisationstalent. Martin Heuberger konnte mit seinen Junioren ein tolles EM-Qualifikationsturnier spielen. Umjubelter Spieler beim souveränen deutschen Turniererfolg war der Ex-Schutterwälder Sebastian Faißt.

 

Vor der Saison 2008/09 überschlugen sich dann die Ereignisse. Die Handball-Region Ortenau (HRO) wurde unter Federführung des Hauses Burda gegründet. Der TuS Schutterwald saß wieder mit im Boot, wurde neben dem TV Willstätt, HGW Hofweier, TuS Altenheim und HC Hedos Elgersweier ein Gesellschafterverein. Mit Jochen Geppert erhielt gleichzeitig ein großes Schutterwälder Talent das Zweifachspielrecht beim Zweitligisten. Weit schwieriger erwies sich allerdings für den TuS, dass Spielertrainer Daniel Kempf ein Angebot des norwegischen Spitzenklubs Elverum erhalten hatte, das er nicht ausschlagen konnte. So nahm der TuS die Saison 2008/09 mit dem Trainer-Duo Michael Bohn/Michael Gengenbacher auf, das eigentlich für die A-Jugend vorgesehen war. Doch am Saisonende gab es nur traurige Gesichter. Die Schutterwälder konnten auf Rang 15 den Klassenerhalt in der Oberliga Baden-Württemberg nicht schaffen, und die HRO (am Ende Zehnter) wurde nur acht Monate nach ihrer Gründung aufgelöst. Die Akzeptanz der Sponsoren in der Ortenau war ausgeblieben, zudem war die Geschäftsführung durch Krankheiten zeitweise lahm gelegt. Ein Kunstgebilde war schneller zerbrochen, als man es erwarten konnte. Positives gab es von der zweiten Mannschaft zu melden. Das Trainer-Duo Manfred Derr/David Salameh schaffte mit einer jungen Mannschaft den angestrebten Aufstieg in die Landsliga ohne einen einzigen Verlustpunkt. Absteigen musste dagegen die Frauenmannschaft aus der Südbadenliga. Rang elf war zu wenig. Stolz durfte man im August 2009 einmal mehr mit Martin Heuberger sein. In Ägypten wurde der Schutterwälder mit dem aktuellen Junioren-Jahrgang sensationell Weltmeister. Es war ein Erfolg, dem große Trauer vorausgegangen war: Sebastian Faißt, Kapitän der Mannschaft und ehemaliger Spieler des TuS Schutterwald, war in der Vorbereitung völlig überraschend während eines Länderspiels in der Schweiz zusammengebrochen und noch in der Sporthalle verstorben. In der Saison 2009/2010 stand beim TuS wieder einmal ein Neubeginn an. Auch in der Vorstandschaft. Bernd Leistler, 13 Jahre im Vorstand und 12 Jahre stellvertretender Vorsitzender, war ebenso zurückgetreten wie Alfons Quarti, Herbert Bürkle, Renate und Thomas Heuberger, Maren Junker und Nicole Wolber. Neu ins Gremium stießen mit Andreas Huck (3. Vorsitzender) sowie den Beisitzern Tim Heuberger, Jonas Karcher und Florian Zind ganz junge Leute. Neubeginn auch in der ersten Mannschaft. Neun Spieler hatten das Team verlassen, doch von Anfang an konnte der TuS mit seiner jungen Mannschaft in der Spitze der Südbadenliga mitmischen. Das anvisierte Ziel Klassenerhalt, wurde mit dem zuvor nicht für möglich gehaltenen Rang zwei locker erreicht. Leider traten während der Saison die Trainer Michael Bohn und Michael Gengenbacher von ihrem Amt zurück, aber David Salameh, Co-Trainer der 2. Mannschaft übernahm kurzfristig bis Saisonende. Eine souveräne Saison spielte die zweite Mannschaft und beendete unter Trainer Manfred Derr die Landesliga-Runde am Ende auf einem sicheren siebten Rang. Auch die Damen-Mannschaft war in der Landesliga unter Trainer Harald Erb als Sechster frei von Abstiegssorgen.

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