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Knax Jugendcamp vom 20. - 23.08.2011

Video- Reportage über Knax- Handballcamp

»Wenn es der Bundestrainer sagt, ist es schon etwas besonderes«

Schutterwald. Eigentlich, sagt Bastian Hug, wisse er es, »dass man in der Abwehr auf den Zehenspitzen stehen muss. Doch manchmal vergesse ich das halt«. Seit gestern vergisst es der Elfjährige aus Nonnenweier vielleicht nicht mehr. »Denn wenn es der Bundestrainer sagt, ist es schon etwas besonderes«, weiß der kleine Steppke bewundernd Richtung Martin Heuberger.

74 Kinder der Jahrgänge 1997 bis 2002 nehmen vier Tage lang am 1. Knax-Handball-Camp des TuS Schutterwald teil. Die Resonanz »hat uns überrascht«, gibt TuS-Jugendleiter Raimund Bindner zu, der gemeinsam mit Felix Heuberger und den eigentlichen Initiatoren, Petra Mild und Rudi Seigel, das Organisationsteam bildet. »Wir haben in der Ortenau und vor allem beim TuS sehr viele gute Trainer, da hat sich so ein Camp angeboten«, betont Petra Mild. Dass Martin Heuberger, der seine Zusage schon lange vor seiner Inthronisierung als Bundestrainer gegeben hatte, sich die Zeit für die Kinder genommen hat, freut nicht nur die Jugendtrainerin des TuS. »Für den Heimatverein macht man das gerne«, erklärte Heuberger.

Fast ehrfurchtsvoll blickten gestern die Jungs und Mädchen zum neuen Bundestrainer. Der Respekt war groß. »Es ist schon cool, ihn mal live zu sehen«, gab Dustin Ammel zu. Der Meißenheimer ist einer der 42 Jugendlichen, die von Vereinen aus der erweiterten Nachbarschaft stammen, aber auch Teilnehmer aus Gutach, Helmlingen, Kappelwindeck, Ottenhöfen oder Gamshurst sind dabei. Und manche verbinden das Camp mit einem Besuch bei der Verwandtschaft in der Ortenau. So kommen zwei Jungs aus Brombach, einer aus dem französischen Sochaux und einer aus Stuttgart. Dessen Mama spielte einst selbst in Schutterwald und fungiert in diesen vier Tagen als Assistenztrainerin. »Das passt ganz gut, da ich in Stuttgart Jugend-Trainerin bin«, sagt Sandra Mandel (geborene Schnebelt).

Derweil stand Heuberger zunächst beobachtend an der Seite, ehe er ins Geschehen eingriff. Und seine Worte zeigten Wirkung. »Die Trainer geben ja auch Tipps. Aber es ist was besonderes, wenn die vom Bundestrainer kommen«, schmunzelte Lea Stephan, die mit 14 Jahren zu den Älteren gehört.

Der TuS Schutterwald wollten ein Handball-Camp anbieten, das Spaß machen soll, aber kein reines Spaß-Camp sein soll. »Der Sport steht bei uns im Vordergrund«, betont Felix Heuberger. Dafür spricht die prominente Trainergilde. Neben Martin Heuberger ist mit Rudi Fritsch auch ein Bundesliga-Trainer dabei. »Die Kinder sind sehr bewegungsfreundlich, manchmal muss man sie sogar bremsen«, erklärte der Coach des A-Jugend-Bundesligisten SG Ottenheim/Altenheim.

Mit Dominik Bartz, neuerdings Spieler der ersten Mannschaft des TuS, und Ansgar Huck sind auch Trainer aus dem Stab des Südbadischen Handball-Verbandes involviert, dazu kommen die bewährten vereinseigenen Trainer wie Bernd Junker, Jürgen Fautz oder Simon Herrmann, um nur einige wenige von insgesamt 39 Trainer und Betreuer zu nennen. Am Sonntag gab es sogar Koordinations-Einheiten mit den Physiotherapeuten Bernd Götzenberger und Stefan Armbruster. »Wir wollten das Rundumprogramm bieten«, so Bindner.

Die 74 Jugendliche wurden in fünf Gruppen aufgeteilt. Petra Mild: »Dem Alter und auch der Leistung entsprechend, damit alle davon profitieren können.« Vorwiegend Handball-spezifische Einheiten stehen auf dem Programm, doch im Waldstadion nimmt Bernfried Brüderle vom LFV Schutterwald die Leichtathletik-Übungen für das Sportabzeichen ab, per TuS-Kombi geht es zum Schwimmen ins Stegermattbad nach Offenburg. Angesichts der Temperaturen wurde noch schnell Sonnencreme besorgt und die Schwimm-Einheiten verlängert, dafür fiel Beachhandball etwas kürzer aus. »Der Sand ist einfach zu heiß«, so Petra Mild.

Morgens und Nachmittag wird jeweils zweieinhalb Stunden trainiert. Und in der einstündigen Mittagspause steht nach dem Essen das Sportmobil der Stadt Offenburg für die Freizeitgestaltung zur Verfügung. Da kommen auch die Kids schon mal an ihre Grenzen. Als »sehr anstrengend«, empfindet beispielsweise der elfjährige Johannes Kopf vom ETSV Offenburg das Programm, »man lernt viel, es gibt aber auch viel Muskelkater«.

Und gestern natürlich auch für jeden eine Autogrammkarte des neuen Handball-Bundestrainers. »Voll geil. Ich habe sogar ein Autogramm aufs T-Shirt bekommen«, jubelte etwa Adrian Volk (TV Seelbach) und nahm gleich ein weiteres mit »für meinen Papa«. Da musste der Handball-Bundestrainer schmunzeln. Schließlich hat Heuberger einst mit Reiner Volk noch zusammen gespielt.

Zum Ende des Camps steigt heute von 13 bis 16 Uhr ein Turnier in der Mörburghalle. Zuschauer sind willkommen.