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Kaiser springt noch mal vom OP-Tisch
Der 16. Dezember sollte für den TuS Schutterwald, vor allem
aber für Tobias Kaiser (Foto unten) so etwas wie ein
Schicksalstag werden. Schon seit dem Sommer stand fest: Der
Rückraum-Kanonier des ambitionierten Handball-Südbadenligisten
wird an diesem Tag in Bonn an der Schulter operiert. Eine
heikle Geschichte mit ungewissem Ausgang. Vergangene Woche hat
der 25-Jährige den Operations-Termin nun abgesagt. »Ich habe
zwei Jahren mit Schmerzen gespielt. Jetzt bin ich seit drei
Wochen schmerzfrei und habe keine Lust, mich operieren zu
lassen«, begründete Tobias Kaiser nach einer Rücksprache mit
dem behandelnden Arzt in Bonn seine ganz persönliche
Entscheidung, die auch beim TuS Schutterwald für Aufatmen
gesorgt hat. Denn der 1,99 m lange Rückraumspieler wird im
Meisterschaftskampf dringend benötigt. Schon am Samstag
erzielte Tobias Kaiser beim 39:26-Erfolg gegen den TuS
Oberhausen zehn Tore und jedes schien auch ein bisschen eine
persönliche Befreiung für den gebürtigen Friesenheimer zu sein.
Vor zwei Jahren war Tobias Kaiser bereits mit einer
angerissenen Schultersehne von der SG Köndringen/Teningen zum
TuS zurückgekehrt. Seitdem war er permanent an der rechten
Schulter gehandicapt, für einen Handballer, der von seiner
Wurfkraft lebt, keine guten Voraussetzungen. Kaiser hat
verschiedene Ärzte konsultiert, einiges in der Anwendung
ausprobiert, doch die Endlösung schien nur eine Operation zu
sein. Ȁrzte stellten fest, dass die Sehne zu wenig Platz in
der Schulter hat«, so Kaiser. Dennoch blieben nach den
Untersuchungen Fragezeichen. Genaueres hätte erst während der
Operation diagnostiziert werden können. Bei der »großen« Lösung
wäre die Saison beendet gewesen, die »kleine« hätte sechs
Wochen Pause bedeutet. »Deshalb hatte ich den OP-Termin bewusst
in die Winterpause gelegt«, so Kaiser. Parallel hat er viel
Aufbautraining für die Stabilisation der Schulter gemacht.
Zunächst ein halbes Jahr in der Reha, seitdem eigenständig im
Fitnessclub. »Deshalb sind die Schmerzen wohl auch
zurückgegangen«, vermutet der 25-Jährige, den in den
vergangenen zwei Jahren »viel Spaß am Handball« die Motivation
zum Weitermachen gegeben hat. Und die Gewissheit der Ärzte,
»dass man nichts mehr kaputt machen kann«. Dennoch weiß Tobias
Kaiser nicht, ob sein Leidensweg tatsächlich ein Ende gefunden
hat. Das kann ihm auch kein Arzt garantieren. »Vielleicht habe
ich in drei Wochen oder in einem halben Jahr wieder Schmerzen«,
sagt Kaiser. Doch bis dahin will er den Spaß am Handball
endlich wieder genießen. Von Michaela Quarti
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